Mathematisches Modellieren: Eine Problematisierung

Uwe Schürmann (FH Nordwestschweiz)

Seit geraumer Zeit hat das mathematische Modellieren einen festen Platz sowohl in der mathematikdidaktischen Forschung als auch (unter gewissen Einschränkungen) in der unterrichtlichen Praxis. Dabei wurde in der Vergangenheit auch immer wieder Kritik am Vorhaben geübt, Modellierungen verstärkt im Mathematikunterricht zu integrieren. Dies geschieht meist entlang von Fragen der praktischen Umsetzbarkeit (zeitliche Ressourcen, prüfungskonforme Aufgabenformate, sprachliche Hürden usw.). Doch auch auf theoretischer Ebene zeigen sich Schwierigkeiten, die sich z. B. aus der analytischen Trennung von Mathematik und Realität in Standard-Modellierungskreisläufen und dem Bild von Mathematik ergeben, welches durch Modellierungen im Unterricht vermittelt wird. Die Problematisierung des mathematischen Modellierens setzt hier an.

Zur Problematisierung der "Rolle, die Mathematik in der Welt spielt" fokussiert ein erster Inputvortrag aus soziologischer und historischer Perspektive auf das Weltverhältnis von Mathematik. Nach einer anschließenden Diskussion folgt ein zweiter Inputvortrag, in dem mathematische Modellierungsprozesse vor dem Hintergrund analytischer Philosophie und insbesondere wissenschaftstheoretischer Forschung zur Theoriebildung rekonstruiert werden. In einer anschliessenden Diskussion wird dann zu prüfen sein, ob und inwiefern Standard-Modellierungskreisläufe mathematische Modellierungsprozesse adäquat erfassen.

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